Aktualisiert am 25.08.2022

Was steckt eigentlich hinter Emojis?

Ob Lachsmiley, Herz oder Pizzastück – Emojis sind heute aus Messages, Social Media Postings und selbst aus dem Marketing nicht mehr wegzudenken. Aber was steckt hinter den kleinen Bildchen und wo kommen Emojis her?

 

Emojis gehören heute ebenso zur digitalen Alltagskommunikation wie Satzzeichen oder Zahlen. Tatsächlich nutzen drei Viertel aller Smartphone-User weltweit die kleinen Pikto- und Ideogramme. 2022 ist ihre Zahl auf 3633 gestiegen – und jedes Jahr kommen neue Emojis hinzu.

Wer hat Emojis erfunden?

Emojis gehen auf den japanischen Designer Shigetaka Kurita zurück, der im Jahr 1998 176 Symbole für den japanischen Mobilfunkanbieter NTT Docomo gestaltet. Diese ersten Emojis sind allerdings noch einfarbig und es stehen lediglich 12×12 Pixeln Kantenlänge zur Verfügung. Der internationale Siegeszug der kleinen Bildchen soll allerdings noch bis 2011 bzw. 2013 dauern, als sie auch im Unicode und damit auf iPhones und Android verwendet werden können. Unicode bezeichnet übrigens den internationalen Standard für Schriftzeichen, in dem eine einheitliche Kodierung für Zeichen und Zeichenketten festgelegt ist. 

Von den Hethitern und Abe Lincoln

Die Spur des (bisher bekannten) ersten Emojis lässt sich aber viel weiter in die Geschichte zurückverfolgen. 2017 entdecken Archäologen in der Türkei einen fast 4000 Jahre alten Tonkrug aus der Hethiter-Zeit, auf dem ein klassischer Smiley mit zwei Augen und einem gebogenen Mund abgebildet ist. 1862 wird in der New York Times eine Rede von Präsident Abraham Lincoln abgedruckt, an deren Ende ein Zwinkersmiley gesetzt ist. Experten sind sich bis heute nicht einig darüber, ob es sich dabei um einen Zufall handelt oder nicht. 1982 sucht der Informatikprofessor Scott Fahlman mit seinen Kollegen einen Weg, am PC witzige Nachrichten mit einem Symbol zu untermauern, sodass diese nicht falsch verstanden werden. Dabei schlägt er folgende Tastenkombination für einen Smiley :-) vor, für traurige Messages :-(.

Smileys, Emoticons und Emojis

Spricht man von einem Smiley, denken die meisten an ein kleines, gelbes Gesicht und die Begriffe „Emoji“ oder „Emoticon“. Tatsächlich gibt es hier aber einen kleinen, feinen Unterschied. Ein Smiley ist die grafische Darstellung eines Gesichtsausdruckes, Emoticons bezeichnen die Zeichenfolgen, die einen Smiley nachbilden. Emojis umfassen wiederum sowohl Smileys als auch Emoticons, aber auch noch weitere Bildsymbole wie beispielsweise Lebensmittel, Wetter, Tiere oder Pflanzen. Die Bedeutung des Wortes Emoji lässt sich aus dem Japanischen übrigens mit „Bilderschrift“ oder „Bildsymbol“ übersetzen.

Emojis und Emotionen

„Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ – dieses Sprichwort bewahrheitet sich auch im Hinblick auf Emojis. Denn tatsächlich vermitteln die kleinen Bildchen Emotionen und Botschaften deutlicher als reine Texte. Das liegt mitunter daran, dass unser Gehirn visuelle Informationen effektiver und schneller verarbeitet. Studien haben ergeben, dass die Symbole Messages mit positivem Inhalt noch positiver wirken lassen. Gleiches gilt auch für Nachrichten mit negativem Inhalt – hier haben Emojis allerdings eine auflockernde Wirkung und federn Negatives etwas ab.

Und auch beim Dating und in Sachen Liebe und Beziehung hat die Nutzung von Emojis Vorteile. Sie helfen Gefühle präziser auszudrücken als reine Textnachrichten und machen dem Gegenüber damit klarer, dass Interesse an einer romantischen Verbindung besteht. Generell empfinden wir für unsere Kommunikationspartner mehr Sympathie, wenn Emojis verwendet werden. Sie beeinflussen demnach, wie wir unseren Kommunikationspartner wahrnehmen und können damit strategisch zur Eindruckssteuerung genutzt werden.

Nonverbale Kommunikation erleichtern

Warum sind Emojis nun so effektiv? Ganz einfach – sie stehen in unserer digitalen, nonverbalen Kommunikation stellvertretend für Mimik und Gestik. Während uns bei einer normalen Konversation unsere Körperhaltung, Stimmlage und auch verschiedene Gesten dabei helfen, eine Botschaft adäquat rüberzubringen, damit sie unser Gegenüber auch so versteht, wie sie gemeint ist, ist das bei einer Textnachricht nicht möglich. Die sympathischen Bildchen machen eine Nachricht verständlicher, persönlicher und vor allen Dingen auch „emotional lesbar“.

Missverständnisse sind nicht ausgeschlossen

Emojis erleichtern also das Verständnis von Texten – sofern sie „richtig“ verwendet werden. Ansonsten versteht das Gegenüber zwar mehr als Worte, aber nicht unbedingt die beabsichtigte Botschaft. Falsch interpretierte Emojis können demnach auch zu Verwirrung und Missverständnissen führen. Tatsächlich war der ursprüngliche Sinn einiger Emojis ein völlig andere als jener, für den sie heute genutzt werden. Und auch kulturell gibt es Unterschiede.

Fazit

Emojis bieten also zahlreiche Vorteile – sie markieren die Äußerungsabsicht hinter einem schriftlichen Beitrag und machen diesen so leichter verständlich, machen Texte emotional lesbar und lassen den Absender damit sympathischer wirken. Werden Emojis allerdings falsch verwendet, kann das zu Missverständnissen führen. Gerade im Austausch mit Vertretern anderer Kulturen oder bei Emojis mit mehrfacher Bedeutung ist daher Vorsicht geboten. Wer sich nicht sicher ist, wofür ein bestimmtes Emoji steht, kann dies auf Emojipedia nachlesen. Die umfangreiche Online-Enzyklopädie sammelt seit 2013 alle Emojis im Unicode-Standard mit Namen, Bedeutung und Bildern verschiedener Betriebssysteme und Programme.

 

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